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Die Schweinwerfer des VIP Buses beleuchteten die Strasse in der dunklen Nacht. Es war eine asphaltierte Strasse, jedoch nicht Schweizer Standart und auch war die Federung des Buses bei weitem nicht auf neustem Stand der Technik. Sehen konnte man dies am Busfahrer mit asiatischem Look und hellblauem Hemd, der sich auf und ab bewegte. Als ich nach hinten durch den Bus blickte, so sah ich an den Schriftzeichen die an den Stuhllehnen angebracht waren, dass es sich wahrscheinlich um einen Bus handelte der in China wohl schon lange ausgedient hatte. Die Menschen im Bus waren teils Laoten, Thais und teils aus dem Rest der Welt. Und irgendwo in der Mitte, auf der linken Seite des Buses, sass auch der Hauptcharakter unserer Geschichte, ein Schweizer namens Gau. (Ueber denn Namen koennen wir uns spaeter unterhalten). Im Moment jedenfalls versuchte Gau ein wenig Schlaf zu finden, was nicht einfach war, in dieser Kurvenreichen fahrt von Vientiane nach Luang Prabang. Er wusste damals noch nicht, dass er in ein paar Tagen hier sitzen und diese Geschichte schreiben wird, um seinen Hass zu verarbeiten. Also lassen wir ihn schlafen und gehen schon einmal auf Luang Prabang wo sein Schicksal auf ihn wartet. In Luang Prabang war es mitlerweile 4.30 Uhr morgens, und alles war Still, nur am Busbahnhof gab es ein wenig Licht. Kurz spaeter hoerte man ein Motoren, dass sich auf uns zubewegte, die ersten TukTuk's die mit uns Gau und die anderen Touristen in Empfang nehmen wuerden. Als die Leute aus dem Bus ausstiegen stuerzten sich die TukTuk-Fahrer auf die Touristen, um sie ins Zentrum von Luang Prabang zu fahren. Die TukTuk-Fahrer sind bekannt dafuer, dass sie ungebildet sind, in westlichem Sinne, jedoch gut im Uebertreiben, wenn es um Preise geht. Das erste Angebot, welches Gau gemacht wurde, waren 28'000 Kip, was er als alter Fuchs, natuerlich mit einem Laecheln im Gesicht, zurueckwies. Er fuhr dann spaeter fuer 10'000 Kip mit einem anderen TukTuk ins Zentrum. Muede von der Busreise, suchte er ein Gasthaus. luxurioes musste es nicht sein, dafuer kenne ich Gau zu gut, aber hatte er doch den Anspruch auf Sauberkeit und einem angenehmes Anwesen. Ploetzlich, ganz ueberraschend, sah er einen Trupp Moenche in orangfarbener Robe, der gerade dabei war Nahrung zu erbetteln. Und nicht weniger ueberrschend waren auch die Touris mit ihren Fotoapparaten, welche den Moenchen zahlenmaessig mindestens gleich kamen. Gau schuettelte nur den Kopf und ging seinen Weg ins Gasthaus. Doch lies ihm dieses Erlebnis keine Ruhe und Gau versuchte sich in so einen Moench hineinzufuehlen; was ihm auch nicht schwer viel, denn er hatte ja, wie die Moenche auch, schon lange keinen Sex mehr gehabt ;) Spass bei Seite. Morgens um 6.00 Uhr aufzustehen um eine halbe Stunde spaeter im Rampenlicht der Kameras zu stehen und um Essen zu betteln, wer wuenscht sich das nicht? Gau steigerte sich da hinein, bis er schiesslich voll mit Hass gegen den weltweiten Tourismus war, der seiner Ansicht nach, im Begriff war, aus seiner schoenen Welt ein Disneyland zu machen. Da er gegen den weltweiten Tourismus nichts machen konnte, bleibt ihm wie so oft nichts anderes, als es einfach zu akzeptieren. Also kam er schliesslich hier an meinen Tisch und begann zu schreiben um das Geschehene zu verarbeiten...
(Foto: Nationalsymbole von Laos, in Vientiane) |
25-Jan-2010 |